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Fieberkrampf

Was ist ein Fieberkrampf?

Der Fieberkrampf ist gekennzeichnet durch Bewusstlosigkeit sowie gleichseitige Zuckungen und Krämpfe von Armen und Beinen. Die Ursache ist unklar. Er tritt bei Kindern ab 6 Monaten bis zum 6. Lebensjahr auf und zwar bei raschem Temperaturanstieg infolge von Infektionen, z.B. Dreitagefieber. Ca. 3 bis 5% der Kinder sind betroffen, bekannt ist auch eine familiäre Häufung. Der Anfall dauert zwei bis etwa zehn Minuten. Wenn das erste Mal ein Fieberkrampf auftritt, muss sofort ein Arzt (Notarzt) geholt werden und man fährt in die Kinderabteilung des nächstliegenden Krankenhauses.

Beim Eintreffen des Arztes ist meistens schon alles vorbei. Eine gründliche ärztliche Untersuchung ist aber in jedem Fall wichtig, um der Ursache des Krampfanfalls auf den Grund zu gehen. Der so genannte einfache Fieberkrampf verläuft in der Regel harmlos. Nach dem ersten Auftreten erhalten die Eltern vom Kinderarzt einen “Notfall-Plan” (krampflösende Zäpfchen gegen Fieber, fiebersenkende Medikamente) und können mit dem Fieberkrampf umgehen.

Fieberkrampf beim Kind – immer Arzt rufen

Achtung: Ohne ärztlich Anweisung keine Selbstbehandlung!

 

Etwa ein Drittel der Kinder erleiden noch einmal einen Fieberkrampf und die Hälfte davon auch noch einen dritten. Ferner soll man bei wiederholten Fieberkrämpfen genau darauf achten, ob im Anfallsverlauf etwas anders ist als sonst und ob das Kind über starke Kopfschmerzen klagt (Hinweis auf eine Gehirn- oder HIrnhautentzündung).

Es gibt aber auch komplizierte Verläufe, wenn der Fieberkrampf länger als 15 Minuten dauert, wenn er sich innerhalb von 24 Stunden wiederholt, wenn das Kind unter 18 Monaten ist oder wenn der Fieberkrampf einseitig beginnt oder überhaupt nur einen bestimmten Körperteil betrifft. Organische Ursachen müssen in diesem Fall ausgeschlossen werden. Fast alle Kinder mit Fieberkrämpfen entwickeln sich danach völlig normal.

Das statistische Risiko, später an Epilepsie zu erkranken, soll etwas höher sein, es gibt aber keinen wissenschaftlichen Hinweis, dass der Fieberkrampf sicher dafür verantwortlich ist.

Während eines Anfalls muss man das Kind vor Verletzungen mit Decken und Polstern schützen und achten, dass die Atemwege frei bleiben – Erbrochenes und Speichel entfernen.

Bei Kindern, die schon einen Fieberkrampf hatten, wird man bei erstem Verdacht (z.B. das Kind ist besonders lästig, quengelig oder besonders müde etc.) Fieber messen und, wenn das Fieber über 38 Grad steigt, mit der medikamentösen Fiebersenkung beginnen.



Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske
Allgemeinmediziner: Dr. Klaus Schäfer
Niedergelassener Arzt: Dr. Wilhelm Schlegel

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Hallesche Krankenversicherung


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